Orte 2017-03-30T16:06:37+00:00

Venedig

Kultur und Karneval

Rialtobrücke, Basilica San Marco, Santa Maria della Salute … Eine komplette Aufzählung der historisch bedeutsamen Bauwerke würde jeden Rahmen sprengen. Kein Wunder, dass die UNESCO ganz Venedig inklusive Lagune im Jahr 1987 auf die Liste des Weltkulturerbes stellte. Und selbstverständlich ist die Stadt kein Geheimtipp, sondern eines der beliebtesten Reiseziele Europas.

Trotzdem lohnt sich ein Venedig-Trip in jedem Fall, denn allein schon die bekannten Sehenswürdigkeiten sind so umwerfend, dass sie jede Anreise rechtfertigen. Und dann sind da ja noch die kleinen Einmaligkeiten links und rechts der bekannten Touristenpfade.

Freunde aufwändiger Kostüme und festlicher Bälle tragen sich alljährlich eine festen Termin in ihren Kalender ein: den Karneval in Venedig, der zehn Tage vor Aschermittwoch beginnt. Nirgendwo sonst sind die Masken so phantasievoll, die Verkleidungen so elegant und die Feste so ausschweifend wie in der Lagunenstadt. Aber bei der jahrhundertealten Karnevalstradition haben die Venezianer ja schon ein bisschen Erfahrung mit dem Feiern.

Rimini und Riccione

Sonne und Strand

Hier hat die deutsche Italien-Sehnsucht schon in den 50er und 60er Jahren den Bauch in die Sonne gehalten – denn die Adria war DAS italienische Traumziel und lockte unsere Eltern und Großeltern massenhaft im VW Käfer gen Süden.

Zwischenzeitlich war die Liebe der Deutschen ein wenig eingeschlafen, aber gerade jetzt erleben Rimini und Riccione eine echte Wiedergeburt. Kein Wunder, denn die beiden Küstenstädte haben sich frisch gemacht und Reisende finden hier alles, was zu einem perfekten Urlaub gehört: Strand, Meer, geschichtsträchtige Innenstädte, mächtig beindruckende Bauten, Kunst, Kultur sowie kleine feine Reiseziele im Hinterland. Und natürlich ein sonnendurchflutetes Lebensgefühl, das die Italiener exklusiv für sich gepachtet haben.

Dazu gehören natürlich auch die unzähligen Trattorien, Ristorantes und Party-Locations. Insider sind übrigens der Meinung dass in Riccione etwas wilder und etwa jünger gefeiert wird als nebenan in Rimini. So oder so: Wenn es dunkel wird, hat jeder seinen Spaß. Wie lang oder kurz die Nacht wird, darf dann jeder selbst entscheiden. Sind ja alles erwachsene Leute.

Mailand

Stadt der Mode

Der beste Rat für alle, die in Mailand nicht auffallen möchten: gut anziehen. Denn viele der großen italienischen Modemarken haben hier ihren Sitz und die geschmackssichere Grandezza italiana lässt sich an jeder Straßenecke beobachten. Echte Fashion Victims legen ihren Mailand-Trip ohnehin gleich auf die Zeit der Mailänder Modewoche, die zweimal im Jahr stattfindet. Doch obwohl Mailand zu den Big Four der Modeszene gehört, zählen hier nicht nur die schönen Oberflächlichkeiten.

Kunst und Hochkultur werden in Milano ebenso ernst genommen, und hier kann die Stadt aus dem Vollen schöpfen. An erster Stelle steht das Wahrzeichen der Stadt, der Mailänder Dom, der die Menschen schon seit 1572 mit seiner prunkvollen Fassade beeindruckt. Und wer das weltberühmte Wandgemälde Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci besichtigen möchte, plant einen Besuch beim Dominikanerkloster Santa Maria della Grazie ein.

Italienische Ehrensache, dass sich die Kunst- und Kulturszene nicht auf alten Lorbeeren ausruht, sondern weiterhin neue Ideen in die Welt entlässt. Und die vielen Bars und Clubs liegen trendmäßig sowieso ganz weit vorn.

Cinque Terre

Längst kein Geheimtipp mehr

Wer die Cinque Terre (italienisch für fünf Ortschaften) bereist, sucht – und findet – das Besondere. Der zwölf Kilometer lange Küstenstreifen an der italienischen Riviera vereint auf engem Raum so ziemlich alles, was Natur- und Kulturfreunde entzückt und einen Rundum-glücklich-Urlaub garantiert. Die historischen Ortschaften Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare liegen direkt am Wasser – teilweise im Fels oberhalb des Meeres – und haben sich immer ihren ursprünglichen Charakter erhalten: bunte Häuser an steilen Hängen, malerische Häfen, enge Gassen, winkelige Treppen, gotische Kirchen und atemberaubende Ausblicke aufs Meer.

Die Landschaft ist so einzigartig schön, dass sie zu ausgedehnten Wanderungen einlädt (wichtig: festes Schuhwerk!) und völlig zu recht zum Nationalpark erklärt wurde. Apropos Auszeichnung: Auch die UNESCO war von den Cinque Terre schwer begeistert und betrachtet die Region seit 1997 als Weltkulturerbe. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Pisa

Ganz schön schief, der Turm

Um gleich mal etwas gerade zu rücken: Pisa besteht nicht nur aus dem schiefen Turm – die Stadt in der Toscana hat viel mehr zu bieten. Aber natürlich hat das spektakulär geneigte Bauwerk die Aufmerksamkeit mehr als verdient. Bei einer Höhe von rund 55 Metern weicht die Spitze um satte 3,9 Meter von der Ideallinie ab, so dass die 7 Glocken wegen der Einsturzgefahr über längere Zeit nicht läuten durften. Zum Glück gelang es, den Untergrund aus lehmigem Morast und Sand zu stabilisieren, so dass der Marmorturm wohl erst mal für die nächsten 300 Jahre sicher steht.

Der Turm ist nur eines der Bauwerke auf dem Platz der Wunder, dem Piazza dei Miracoli: Gleich nebenan sind der Dom Santamaria Assunta, das Baptisterium und der Friedhof Camposanto Monumentale zu bewundern. Wer sich weiter fortbewegt, kann viele weitere Kirchen, Museen und weitere Bauwerke entdecken – aber auch einen der ältesten botanischen Gärten der Welt, der die Pflanzen schon seit 1544 sprießen lässt. Unnötig zu erwähnen, dass Pisa eine höchst lebendige Stadt ist, mit unzähligen Geschäften, Restaurants, Clubs und Bars. Wie die italienische Lebensart hier sonst noch gepflegt wird, muss man dann schon selbst entdecken.

Rom

Besuch beim Papst

Na gut, eine Privataudienz wird das Oberhaupt der katholischen Kirche wohl nur den Wenigsten gewähren. Aber ein Besuch im Vatikan ist immer ein erhebendes Erlebnis, schon allein weil der Petersdom als größte Kirche der Welt gilt und man hier auf einen Schlag eine überwältigende Anzahl an Kunstschätzen besichtigen kann.

Auch im nichtpäpstlichen Rest von Rom stolpert man an jeder Straßenecke über die Zeugnisse der Jahrtausende langen Stadtgeschichte. Darum wird hier lieber auf die Aufzählung von Sehenswürdigkeiten verzichtet. Stattdessen setzen wir uns erst mal in die nächstbeste Trattoria, trinken in Ruhe einen Espresso und beobachten das bunte Treiben. Wenn einen dann nach kurzer Zeit das italienische Lebensgefühl ergriffen hat, wird es Zeit, die weiteren Aktivitäten des Tages zu planen. Aber piano, denn die Stadt ist laut und schnell genug.

Florenz

Hauptstadt der Renaissance

Florenz ist das Reiseziel für Kunstfreunde und Ästheten, denn unter Kennern gilt die Stadt als eine der schönsten der Welt. Bemerkenswert: Hier war die Kunst lange Zeit eine reine Familienangelegenheit. In der Renaissance – die hier ihren Anfang nahm – förderte die mächtige Dynastie der Familie Medici bahnbrechende Künstler wie Michelangelo, Sandro Boticelli, Leonardo da Vinci und Wissenschaftler wie Galileo Galilei (wobei Universalgenie da Vinci natürlich in beide Kategorien fällt).

Bei der Vielzahl bedeutsamer Bauwerke ist es nur folgerichtig, dass die gesamte historische Innenstadt auf die Weltkulturerbe-Liste steht. Nachdem der Besucher genügend Museen, Paläste und Denkmäler besichtigt haben, wird es auch langsam Zeit, das Nachtleben zu erkunden. Denn schon die alten Medici wussten zu feiern – und das hat man in Florenz bis heute nicht verlernt.

Verona

Stadt der großen Gefühle

Verona hat einen Hang zum Dramatischen. Für diese Erkenntnis reicht es, Abends einen Blick auf die eindrucksvoll beleuchtete Arena zu werfen. Im Inneren des Bauwerks geht es noch viel theatralischer zu, denn hier finden jedes Jahr die weltberühmten Opernfestspiele statt. Das gut erhaltene Amphitheater wurde um 30 n. Chr. gebaut, ist also noch älter als das Kolosseum in Rom und bietet 22.000 Zuschauern einen Platz unter freiem Himmel. Mehr Kulisse geht wirklich nicht!

Auch sonst inszeniert sich Verona mit viel Passione d’Italia und zeigt sich von dramatisch schönen Seiten – was ganz besonders die Besucher der Altstadt verzaubert. Als »Stadt der Liebenden« hat Verona natürlich ein entsprechendes Nachtleben, und mit etwas Glück könnte man den modernen Versionen von Romeo und Julia begegnen. Die berühmteste Liebesgeschichte der Welt ist nämlich auch hier angesiedelt.

Genua

Wunderschöne Altstadt

Irgendwie hat in Genua fast alles mit dem Meer zu tun. Auch viele der touristischen Höhepunkte wie der 117 Meter hohe Leuchtturm aus dem Jahr 1028, das Meeresmuseum, das größte Meerwasseraquarium Europas oder der alte Hafen, der vom Stararchitekten Renzo Piano in ein kulturelles Zentrum umgestaltet wurde. Ein Wunder ist das nicht, denn Genua ist eine der bedeutendsten Hafenstädte Italiens. Von hier aus sind schon die Menschen der Antike in See gestochen, und die Stadt darf auch einen gewissen Herrn Christoph Columbus zu ihren Söhnen zählen.

Als Hauptstadt Liguriens liegt Genua ein wenig eingeklemmt zwischen dem Mittelmeer und dem Apennin-Gebirge im Norden. Auch in der historischen Altstadt geht es eher eng zu. Sie ist zwar eine der größten Europas, aber weiträumige Plätze sind eher selten. Dafür finden Besucher hier umso mehr malerisch verwinkelte und darum extrem schöne Gassen. Wer in einer der Trattorien etwas Regionaltypisches probieren möchte, muss gar nicht lange überlegen: Die Wahl fällt auf Ravioli und Pesto alla Genovese. Wurde nämlich beides hier erfunden.

Neapel

Tanz unter dem Vulkan

Es ist praktisch unmöglich, sich von Neapel ein einheitliches Bild zu machen. Die Kontraste sind einfach zu groß und, ja, die Stadt hat ihre Probleme und gefährlichen Ecken. So ganz nebenbei thront auch noch der Vesuv, ein aktiver Vulkan über der Stadt. Dafür sind die guten Seiten umso schöner und so typisch italienisch, wie es typischer gar nicht geht. Das Essen ist exzellent, und es heißt, dass sowohl die Pizza als auch die Pasta und der typisch italienische Kaffee aus Neapel stammen. Tipp: Einfach eine simple, familiär geführte Trattoria oder Pizzeria auswählen und unkompliziert genießen.

Neapel ist so geschichtsträchtig, dass sich die gesamte Altstadt offiziell als Weltkulturerbe betrachten darf. Und es gibt sogar noch mehr Neapel als auf den ersten Blick sichtbar. Wer genaueres wissen möchte, sollte eine Führung durch Napoli Sotterranea, das ausgedehnte unterirdische Wegelabyrinth buchen. Besonders beeindruckend ist eine Theaterhöhle, in der Kaiser Nero höchstpersönlich seine selbstkomponierten Opern zu Gehör brachte hat. Die interessantere Musik dürfte aber doch in den heutigen Clubs der Stadt gespielt werden.